Der Staubsauger Roboter Test

Es hört sich märchenhaft an: Während wir auf der Couch sitzen und einen spannenden Krimi lesen, fährt ein kleines, rundes Ding über den Boden und saugt alle Krümel und Staubknäuel ein. Nachdem der Boden blitzeblank gesaugt wurde, fährt der kleine Knirps in sein „Häuschen“ und lädt dort automatisch wieder seine Batterien für den nächsten Einsatz auf.

Staubsauger Roboter arbeiten, wir entspannen!

freizeit-statt-hausarbeitDoch sind die Staubsauger-Roboter tatsächlich die Erfüllung aller Träume? Hier gehen die Meinungen noch etwas auseinander. Die einen kritisieren die mangelnde Saugkraft, die anderen schwören auf den Staubsauger-Roboter. Folgend ein Überblick über die neuen Roboter-Staubsauger und ihre Funktionen.

15 Jahre Robo-Sauger

Die Roboter-Staubsauger gibt es eigentlich schon seit Ende der 1990er-Jahre. Doch ihren Durchbruch konnten sie erst in den letzten Jahren erreichen. Dies deshalb, da die ersten Staubsauger-Roboter-Modelle noch wenig ausgereift und außerdem sehr teuer waren. Betrachtet man die neuen Staubsauger aus der Perspektive der fortschreitenden Robotik, sind die kleinen Staubsauger die erste Form eines Serviceroboters für den Alltag.

Die wichtigsten Hersteller

Die derzeit wichtigsten Unternehmen, die an den Robotern forschen und diese produzieren, sind iRobot, Kärcher, Siemens, Electrolux und Samsung. Inzwischen haben selbst Firmen wie Tchibo Saugroboter in ihrem Sortiment. Die Firma iRobot stellt den Putzhelfer Roomba her, der nicht nur saugen, sondern auch wischen kann. Neben Haushaltsrobotern stellt iRobot auch Roboter für militärische Zwecke her – und bietet somit recht ausgereifte Modelle. Beim letzten Test des Chip Magazins wurde der Roomba auch Testsieger – ist allerdings mit einem Preis von ca. 450 Euro nicht ganz günstig.

Die Preise

Aktuell sind die runden, flachen Helfer noch ziemlich teuer. Die Preisspanne reicht von etwa 150 Euro bis hin zu ca. 1.500 Euro für sehr ausgereifte Modelle.

Die Funktionen

antriebsräder staubsaugerroboterEin flacher, rollender Zylinder – so ungefähr ist die Form des Staubroboters. Sehr gute Modelle verfügen auf der Unterseite über Sensoren, die den Robotern bei der Orientierung helfen: Somit erkennen sie Hindernisse, die umfahren werden können und unterschiedliche Bodenmaterialien. Einige Modelle können die Informationen über Räume auch speichern. Zudem „merken“ sie sich, wo ihre Energiestation ist: Nachdem der Raum gesaugt wurde, kehren sie zu ihren Ladestationen zurück und laden sich selbst auf.
Die meisten Roboter-Helfer sind auf der Unterseite mit rotierenden Bürsten oder mit Walzen mit Gummiwischern ausgestattet. An einigen Modellen sind hingegen statische Tücher befestigt, mit denen Staub aufgenommen werden kann. Die Staubsauger-Roboter haben keinen Staubbeutel, der Schmutz wird direkt in eine Auffangbox gesogen. Ist diese voll, wird der enthaltene Staub einfach in den Müll gekippt.

Einfache Staubsauger-Roboter

Einfache Roboter sind mit nur einem Kollisionssensor bestückt. Wenn der Roboter an einem Hindernis anstößt, dann ändert er seine Richtung. Dabei muss nicht unbedingt Elektronik verbaut werden, oft genügt bereits eine Federmechanik, damit der Roboter dann eine Drehung macht, wenn er irgendwo aneckt. Einfache Staubsauger-Roboter bleiben einfach stehen, wenn der Akku leer ist. Komplexere Geräte fahren vorher selbst zum Energietanken in die Ladestation.

Komplexere Staubsauger-Roboter

Die neuen, komplexen Modelle setzen hingegen auf Ultraschall- und Infrarotlicht. Anhand dieser kann der Roboter durch Reflexionen erfassen, wie weit er von einem Gegenstand entfernt ist. Andere Sensoren ermöglichen es dem Saugroboter zu erkennen, wo Absätze und Treppen sind und diese daraufhin zu umgehen. Allerdings gibt es noch nicht so viele Modelle, die eine komplette Orientierung im Raum haben. Modernere Geräte können programmiert werden: So reinigt ein Staubsaugergerät mit einem Wochenprogramm gleich mehrere Tage hintereinander Räume, ohne dass eingegriffen werden muss.

Die Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Robotersauger ist von Modell zu Modell verschieden. Das durchschnittliche Modell hält derzeit etwa zwei bis drei Stunden durch, bevor es wieder einige Stunden an die Ladestation muss. Eine Drei- bis Vier-Zimmerwohnung schaffen die meisten Roboter, mit einer Villa mit endlos vielen Zimmern sind die meisten Geräte dann allerdings doch überfordert.
Es gibt natürlich auch Ausnahmen, doch die sind teuer: Der RC 3000 von Kärcher kostet um die 1000 Euro – dafür ist er nonstop einsatzbereit. Denn er entleert sich selbst in die Docking Station. Der RC 3000 fährt, bis der Akku leer ist, kehrt in die Ladestation zurück, leert seinen Staub-Auffangbehälter aus und fängt dann – sobald er seine Batterien geladen hat – wieder von neuem an zu saugen.

Die Hindernisse

Was Staubsaugerroboter gar nicht mögen: Kabel! Dort verheddern sie sich und kommen nicht mehr weiter. Wer also einen Staubsauger-Roboter einsetzen möchte, sollte sein Kabelgeflecht zuallererst auflösen. Teppiche stellen für die neue Generation kein Problem mehr dar – selbst wenn der Höhenunterschied zwischen Boden und Teppichkante groß ist, schaffen es die Roboter dort „hinaufzuklettern“. Problematischer wird es allerdings, wenn der Teppich sehr lange Borsten hat oder viele flauschige, sehr lange Fasern.

Cool und praktisch – aber nicht gerade günstig

Funktionieren sie wirklich? Ja, die Staubsauger-Roboter der neuesten Generation halten das, was sie versprechen: Sie saugen den Boden, während wir auf der Couch entspannen. Allerdings sind gute Modelle immer noch relativ teuer – 250 Euro muss man für einen Staubroboter schon ausgeben. Diese Entscheidung muss natürlich jeder für sich treffen, dem einen wäre es noch viel mehr wert, vom nervigen Staubsaugen befreit zu sein, der andere sieht Hausarbeit als einen Ersatz für Fitnesscenter und findet Saugen gar nicht so schlimm.

Einige Modelle haben schon Timer eingebaut, so dass man den Sonntag an der Sonne genießen kann, während der Staubsauger-Roboter zuhause putzt. Wie effizient dieser Hausputz nun wirklich ist, hängt natürlich vom gekauften Modell ab, aber auch von der eigenen Wohnung. Niedrige Kanten und Teppiche sind kein Problem, allerdings – wie erwähnt – Kabel. Dort verheddern sie sich und kommen nicht mehr weiter. Sofas und Kommoden müssen außerdem mindestens 10 Zentimeter Abstand zum Boden haben, sonst passt der Roboter nicht darunter. Und mit Ecken tun sich die Robos natürlich auch schwer – eine Scheibe passt dort nun mal nicht hinein. Die müssen dann noch extra nachgeputzt werden.

Wer damit kein Problem hat und neue Technik mag, der kann sich ruhig einen Staubsauger-Roboter zulegen. Die neuen Modelle sind sehr viel besser als ihre Vorgänger und punkten mit der Effizienz intelligenter Technik. Besonders viel Freude machen die Helfer-Roboter in Wohnungen mit Laminat- und Parkettböden –  dort saugt der Roboter alles blitzeblank. Voraussichtlich werden die Preise für die kleinen elektronischen Helferlein in den kommenden Jahren noch weiter sinken.